Umgebung · Zu Fuß durchs Unterharzland

Wanderwege

Am Wasser entlang, unter alte Kronen und zu den Spuren der Bergleute. Drei belegte Tourenideen und ein Blick in die Reisegeschichte.

Hier muss man nicht auf einen Gipfel, damit eine Wanderung in Erinnerung bleibt. Manchmal reichen ein Bachlauf, eine alte Linde und eine gelbe Tafel am Waldhang. Unsere Wege führen zu Orten, die Geschichten erzählen.

Die Eine an der Ulbrichtstraßenbrücke im Frühlingswald
Noch sind die Äste fast kahl, doch am Wasser leuchtet schon das erste Grün. Die Eine an der Ulbrichtstraßenbrücke: ein kleiner Vorgeschmack auf die Wege durchs Tal. Aufnahme vom 9. April 2011.Foto: Pomfuttge / Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0 · unverändert.

Drei Ideen für den nächsten freien Tag

TourStreckeZeit zum Gehen
Zu Linden und Rügegerichtca. 4 km Hinweg ab Sportplatz, Rückweg zusätzlichca. 1–1½ Stunden je Hinweg
Bergbaulehrpfad Tilkerodeca. 5 km Lehrpfadca. 1½–2 Stunden
Mühlenweg und Bergbauspurenca. 11 km laut Tourbericht, ohne Gerichtsabstecherca. 3–4 Stunden

Die Zeiten sind eigene grobe Gehzeitrichtwerte. Lesen, Pausen und Abstecher kommen hinzu.

Zu Linden und Rügegericht

Der Harzverband führt vom Sportplatz Abberode über Grenzstein No. 5 und Tilkerode zum Mühlenweg. Dort steht die Hügellinde. Weiter geht es zum alten Forsthaus und schließlich hinauf zum Rügegericht Volkmannrode. Für diesen Hinweg nennt die Beschreibung etwa vier Kilometer. Als Rückvariante beschreibt sie zunächst zwei Kilometer an der Ulbrichtstraße und anschließend den Bergbauweg.

Ein Teil verläuft damit an der Landesstraße L 228. Wer einen reinen Waldspaziergang sucht, sollte Hin- und Rückweg vorab anders planen. Unterwegs warten alte Linden, die Gerichtshütte und die Kirchenruine.

Die vollständige Beschreibung des Harzverbands ↗

Dem Bergbau auf der Spur

Für einen thematischen Ausflug bietet sich der Bergbaulehrpfad Tilkerode an. Seine beiden Reviere lassen sich mithilfe der Geoparkkarte erkunden. Zwischen den Stationen wird aus einer gewöhnlichen Waldmulde plötzlich eine Schachtpinge – und aus einem Hügel eine Halde.

Offizielle Übersicht mit Stationen öffnen ↗

Eine größere Runde am Mühlenweg

Gerd Horenburg beschreibt seine Osterwanderung von 2021 ab dem Forsthaus Volkmannrode: am Mühlenweg entlang der Eine, vorbei am Sühnekreuz bis zur Untermühle, dann hinauf zu den Tilkeröder Bergbauspuren und zurück. Er gibt rund elf Kilometer an. Das Rügegericht wurde bei dieser Tour ausgelassen; wer hinaufgeht, verlängert die Strecke.

Der Bericht mit vielen Fotos macht Lust auf das Tal und hilft beim Planen. Als aktuelle Navigation empfiehlt sich zusätzlich eine geladene Wegekarte.

Zur Elf-Kilometer-Tour mit Fotobericht ↗

Eine Pause bei der Dicken Eiche

Zwischen Feldern und Bergbauspuren steht einer der eindrucksvollsten Bäume der Umgebung. Der mächtige Stamm, die raue Rinde und die weit ausgreifenden Äste machen die Dicke Eiche zu einem Wanderziel für sich. Auch die Geoparkkarte weist sie als Naturdenkmal am Lehrpfad aus.

Die Dicke Eiche bei Tilkerode mit breiter Krone am Feldrand
Ein Baum wie ein Rastplatz für die Gedanken: Die Dicke Eiche bei Tilkerode breitet ihre Krone über den Feldrand. Wer hier ankommt, darf den Blick ruhig eine Weile wandern lassen.Bereitgestellte Aufnahme der Dicken Eiche bei Tilkerode.

Wer sich für den Baum genauer interessiert: Das Baumregister stellt die Trauben-Eiche mit Messungen und weiteren Aufnahmen vor ↗

Als Reisende noch mit dem Wagen kamen

Einen wunderbaren Blick zurück bietet Rahns Bericht von 1870. Seine Fahrt führte von Harzgerode über Schielo und Molmerswende, vorbei an den Tilkeröder Eisengruben zum Rügegericht. Er beschreibt Buchenwald, Getreidefelder und das Wiesental der Eine. Es war eine Wagenfahrt – doch die Neugier auf die Landschaft verbindet sie mit heutigen Ausflügen.

„da stehen die altehrwürdigen Linden, die schon Jahrhunderte diese Stätte beschatteten“
Herrmann Rahn, Die Gartenlaube, 1870

Ein anderer historischer Zugang ist Zinckens Buch von 1825: Der östliche Harz, mineralogisch und bergmännisch betrachtet. Es erschließt den Harz aus Sicht des Bergbaus. Sein Blick auf Gestein und Erz gibt den heutigen Wegen eine zweite, geologische Geschichte.

Bereitgestellter historischer Grenzplan von Abberode und Tilkerode aus dem Jahr 1833
Vor dem Wandern kam der Grenzgang: Der Plan von 1833 öffnet ein Fenster in die alte Grenzlandschaft. Als heutige Wegekarte dient er nicht – zum Entdecken alter Namen und Linien umso mehr.Historischer Grenzplan von 1833 · bereitgestellte Sammlung. Weitere Einordnung unter Häuser, Höfe & Wege.

Wasser, Wald und eine gute Pause

Wer die Leinemühle besuchen möchte, plant ins Leinetal. Eine, Wiebeck und Leine sind verschiedene Gewässer – die Leinemühle liegt an der Leine. Für eine Verbindung mit den obigen Touren lohnt ein genauer Blick auf die Karte.

Vor dem Losgehen die Karte offline laden, feste Schuhe anziehen und Zeit für Entdeckungen lassen. Nach Regen werden Wurzeln und Talwege rutschig. Hinweise und Sperrungen vor Ort beachten; an alten Schächten und Stollen bleibt man auf dem Weg.