Umgebung · Auf den Spuren der Bergleute

Bergbaulehrpfad Tilkerode

Rund fünf Kilometer zwischen Wald, Halden und alten Gruben. Eine Landschaft erzählt von Eisenerz, Gold und der Arbeit unter Tage.

Ein Buckel im Feld, ein Trichter im Waldboden, ein unscheinbarer Einschnitt am Hang: Im Tilkeröder Revier lernt man, die Landschaft neu zu lesen. Was heute grün und still ist, war einmal Arbeitsplatz unter und über Tage.

Die Karte für unterwegs

Der Natur- und Bergbaulehrpfad umfasst rund fünf Kilometer. Die offizielle Übersicht zeigt die Zugänge, beide Teilreviere und die Stationen.

Geoparkkarte und Tafeln öffnen (PDF) ↗
Dennert-Tanne am ehemaligen Mundloch des Neuen Eskeborner Stollens im bewaldeten Hang
Der Wald hat sich den Hang zurückgeholt. Die gelbe Dennert-Tanne verrät, was hier verborgen liegt: der Neue Eskeborner Stollen. Auf der Tafel stehen die Bauzeit 1935–1938 und die letzten Untersuchungen 1951–1956. Aufnahme vom 2. April 2017.Foto: Dguendel / Wikimedia Commons · CC BY 4.0 · verkleinerte Wiedergabe.

Zwei Reviere, zehn Stationen

Im Norden liegt das Eskeborner Revier, südlich davon das Einestollen-Revier. Je fünf bergbauliche Stationen sind mit Dennert-Tannen markiert – den auffälligen Tafeln in Baumform. Sie tragen den Namen des Oberbergrats Herbert Dennert.

Eskeborner Revier · Norden

Neuer und Alter Eskeborner Stollen, Goldschacht, alte Gruben und Wasserschacht machen die Arbeit am Berg sichtbar.

Einestollen-Revier · Süden

Martin-Kochsborn-Stollen, Zechenkopf, Kunstschacht, Blauer Schacht und Einestollen gehören zur südlichen Spurensuche.

Viel Eisen, ein wenig Gold – und großer Ruhm

Tilkerodes Geschichte beginnt beim Eisenerz. Doch berühmt wurde das Revier durch eine winzige Ausbeute: rund 400 Gramm Gold, aus denen 116 Dukaten entstanden. Solche Zahlen lassen ahnen, wie viel Arbeit hinter dem Glanz einer einzelnen Münze steckte. Die ausführliche Geschichte mit Münzbildern und Archivhinweisen erzählen wir unter „Das Gold von Tilkerode“.

Am Weg bleiben vor allem die Spuren der alltäglichen Arbeit: Halden aus weggeräumtem Gestein und Pingen über alten Grubenbauen. An der Dicken Eiche lohnt eine Pause. Zwischen Naturdenkmal und Bergbauresten treffen zwei sehr unterschiedliche Zeitmaße aufeinander.

Baumbestandene Bergbauhalde im Eskeborner Revier zwischen grünen Feldern
Eine kleine Bauminsel zwischen den Feldern – und darunter die Arbeit vieler Hände. Diese Halde im Eskeborner Revier erinnert daran, wie stark der Bergbau die Landschaft geprägt hat. Aufnahme vom 2. April 2017.Foto: Dguendel / Wikimedia Commons · CC BY 4.0 · verkleinerte Wiedergabe.

Die letzte Hoffnung lag wieder unter Tage

Auch im 20. Jahrhundert wurde hier noch gesucht. Die fotografierte Tafel am Neuen Eskeborner Stollen nennt seine Auffahrung 1935–1938 und letzte Untersuchungen auf Eisen und Selen 1951–1956. Die Geoparkübersicht nennt 1956 als Schlussjahr der erfolglosen Sucharbeiten.

Heute führt der Weg zu den sichtbaren Spuren an der Oberfläche. Die alten Gruben sind keine Besucherbergwerke. Auf den Wegen bleiben und Gesteine liegen lassen – so bleibt das Revier für die nächsten Entdecker erhalten.

Mit neugierigem Blick losgehen

Für Kinder kann daraus ein Suchspiel werden: Wer entdeckt zuerst eine Tafel, eine Halde oder eine ungewöhnliche Mulde? Für die ganze Runde mit Lesen und Pausen darf es ruhig länger dauern als eine gewöhnliche Fünf-Kilometer-Wanderung. Festes Schuhwerk gehört dazu.

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