
Wer die Geschichte von Abberode verstehen will, kommt an Rammelburg nicht vorbei. Das Amt wurde 1506 aus älteren Herrschaftsgebieten gebildet und blieb für die umliegenden Dörfer eine wichtige Verwaltungseinheit.
Hier entschied man über Abgaben, Frondienste, Grenzen und Rechtsstreitigkeiten. In den Akten finden sich dramatische Fälle: Plünderungen, Strafverfahren, Konflikte um Weiderechte und sogar ein tödlicher Ausgang von Folter nach einem Schafdiebstahl.
Eine Chronik, die Namen bewahrt
Der Wippraer Amtsgerichtsrat Hermann Schotte veröffentlichte 1906 die Rammelburger Chronik. Sie beruht auf zahlreichen alten Akten und enthält für Abberode und Steinbrücken Haus-, Einwohner- und Pfarrerlisten.
Die Familie von Friesen: 1720 bis 1902
1720 kaufte Christian August Freiherr von Friesen Schloss und Amt Rammelburg von der Familie von Stammer. Da auch Abberode zum historischen Amt gehörte, gehört diese Adelsfamilie zur Geschichte des Dorfes. Die Rammelburger Schlosschronik nennt den Familienbesitz bis zum Jahr 1902.
1829 ließ Ernst von Friesen die Schlosskapelle erneuern. Das 19. Jahrhundert brachte allerdings grundlegende Veränderungen der Herrschaftsrechte. Die Zugehörigkeit des Amtes zu Preußen seit 1815 und die Abschaffung der Patrimonialgerichtsbarkeit 1849 bedeuten, dass der Besitz eines Gutes nicht mit uneingeschränkter politischer Hoheit gleichzusetzen ist. Das Rügegericht von Volkmannrode hatte wiederum einen eigenen Rechtszusammenhang.
Im Oktober 1894 richtete ein Großbrand schwere Schäden auf der Rammelburg an. Wegen der hohen Sanierungskosten verkaufte die Familie von Friesen das Schloss schließlich 1902 an die Industriellenfamilie von Stumm. Über Helene von Stumm und ihren Mann Kurt von Heimburg wechselte es 1902/1903 in die nächste Besitzerfamilie. Der Wiederaufbau begann nach der Schlosschronik ab 1903/1904.
Quellen: Schlossgeschichte von Friesen ↗ · Familie von Heimburg ↗ · Brand und Wiederaufbau ↗
Für unsere Webseite ist das Werk ein Fundament: Über die Namen der alten Höfe können wir Brücken zu Kirchenbüchern, Familiengeschichten, historischen Postkarten und den Erinnerungen heutiger Einwohner schlagen.
Weitere Bilder und Dokumente

- Hermann Schotte: Rammelburger Chronik, 1906, Einleitung sowie Abschnitte III, VI, VII und X.