
Im Dreißigjährigen Krieg wurden Menschen im Einetal wiederholt von Soldaten bedrängt. 1631 wurde die Abberöder Kirche geplündert, 1634 nahm ein Regiment im Dorf Quartier. Zeitgenössische Aufzeichnungen schildern die Not der Einwohner.
Am 23. April 1645 kam es zu einer schweren Feuersbrunst. Fast das halbe Dorf, darunter Pfarrhaus und Schule, brannte nach Schottes Chronik nieder. Das Feuer ging aus dem Haus von Jacob Köhler hervor, ohne dass ihm ein Verschulden sicher nachgewiesen werden konnte. Er unterstützte den Wiederaufbau freiwillig mit 50 Gulden.
Warum Menschen nach Tilkerode gingen
Ein weiterer Brandzusammenhang ist für 1661 überliefert. Als im benachbarten, anhaltischen Tilkerode neue Siedler gesucht wurden, wollten acht Abberöder 1662 dorthin ziehen. Die Rammelburger Herrschaft ließ den Anführer Hans Fügner wegen „unbefugter Emigration“ festsetzen. Er versprach zu bleiben – und zog nach der Chronik dennoch fort.
Was heute wie ein kurzer Umzug erscheint, galt damals als Wechsel zwischen zwei Herrschaften. Das macht diese Geschichte zu einem eindrucksvollen Beispiel für die alte Grenze mitten im Einetal.
Weitere Bilder und Dokumente

- Hermann Schotte: Rammelburger Chronik, 1906, S. 86, 188–190.