
Im April 1933 wurde der Landwirt Hermann Rausche aus Steinbrücken ermordet aufgefunden. Eine Notiz aus dem Pfarrhaus nennt den 9. April als Tattag und erwähnt einen Brand auf seinem Gehöft im Jahr zuvor. Auch zeitgenössische Zeitungen berichteten über den Fall.
Vor dem Schwurgericht in Halle mussten sich im Oktober ein Melker und die Witwe Olga Rausche verantworten. Die Berichterstattung nennt für den Melker eine Strafe von 15 Jahren Zuchthaus. Olga Rausche wurde freigesprochen – ein entscheidender Punkt, der bei der Weitergabe örtlicher Erzählungen nicht übersehen werden darf.
Was noch ungeklärt ist
Der Nachname des Melkers erscheint in Presseberichten als Schwipp, auf der privaten Notiz hingegen als Schwibbe; auch sein Vorname ist nicht einheitlich wiedergegeben. Die Ermittlungsakten könnten diese Widersprüche auflösen.
Ebenso offen bleibt, ob der angebliche Brand 1932 mit dem Mord in Verbindung stand. Auf der Webseite trennen wir belegte Gerichtsentscheidungen deshalb klar von späteren Vermutungen.
Weitere Bilder und Dokumente


- Eibenstocker Tageblatt, 12. April 1933 (SLUB Dresden).
- Mitteldeutsche Neueste Nachrichten, 11. Oktober 1933, Gerichtsbericht zum Urteil.
- Private Notiz aus dem Pfarrhaus Abberode zum Mordfall Rausche.