
Als 1769 die alte Abberöder Kirche abgetragen wurde, entdeckten Arbeiter über der Kirchentür menschliche Handknochen. Schuldiener Christian Andreas Bamberg hielt den Fund am 13. Juni 1770 schriftlich fest. Schon damals wusste niemand mehr, wie die Hand dorthin gekommen war.
Bamberg erwog mehrere Erklärungen: Vielleicht hatte man einst einem Kirchendieb oder Gewalttäter die Hand abgeschlagen. Oder sie war bei einem Unfall am Bau verloren gegangen. Seine Vermutungen sind heute ein Teil der Quellenüberlieferung, aber kein Beweis.
Eine Hand als Kläger?
Der historische Vortrag von 1999 deutet das Fundstück als mögliches Leibzeichen. Bei bestimmten alten Rechtsverfahren konnten Körperteile als Zeichen für einen Getöteten vor Gericht gebracht werden. Eine solche Deutung könnte auch erklären, warum die Hand aufbewahrt wurde – nachgewiesen ist sie für Abberode jedoch nicht.
Nach örtlichen Überlieferungen tauchte die Hand 1934 erneut auf; 2011 wurde über ihre medizinische Untersuchung berichtet. Ihre Herkunft und das Schicksal des Menschen bleiben ungeklärt.
Das macht den Fall gerade für eine Geschichtswebseite spannend: Wir können den authentischen Bericht zeigen und zugleich offenlassen, was wir nicht wissen.
Weitere Bilder und Dokumente


- Christian Andreas Bamberg: Bericht vom 13. Juni 1770, abgedruckt im Turmfest-Vortrag 1999, S. 11.
- Turmfest-Vortrag 1999, S. 12: historische Einordnung als mögliches Leibzeichen.
- Zeitungsbericht zur Untersuchung, Thüringer Allgemeine, 7. Juni 2011 (nachgewiesen; Originalbefund nicht eingesehen).